Lidstein

Ratgeber · Ablauf

Kernsanierung Schritt für Schritt: Haustechnik, Hülle, Innenausbau

Eine Kernsanierung ist kein Chaos aus zwölf Gewerken, sondern drei klar getrennte Maßnahmenpakete in der richtigen Reihenfolge. So läuft es ab.

Stand: 4. August 2026 Lesezeit: ca. 6 Minuten Lidstein, Reutlingen

Die kurze Antwort: Eine Kernsanierung besteht aus drei Maßnahmenpaketen: Haustechnik (komplett neuer Einbau von Elektroleitungen, Wasserrohren und Heizungsanlage), Gebäudehülle (Erneuerung von Dach, Fenstern, Türen und Fassadendämmung) und Innenausbau (Ersatz von Böden, Sanitäranlagen und nicht tragenden Wänden). Die Reihenfolge ist entscheidend: erst entkernen, dann Technik ins Rohe, dann die Hülle dicht machen, zuletzt ausbauen.

Paket 1: Haustechnik — die Adern des Hauses

Alles, was in Wänden, Decken und Schächten liegt, wird komplett erneuert: Elektroleitungen nach heutigem Standard (mehr Stromkreise, FI-Schutz, Netzwerk und Reserven für Wallbox oder Photovoltaik), Wasser- und Abwasserrohre statt verkalkter oder bleihaltiger Altleitungen, und die Heizungsanlage — im sanierten Bestand heute meist eine Wärmepumpe (wann sich das lohnt, lesen Sie hier).

Warum zuerst? Weil jede Leitung Schlitze, Durchbrüche und Deckenöffnungen braucht. Wer erst Böden verlegt und dann Rohre zieht, saniert zweimal.

Paket 2: Gebäudehülle — dicht, warm, wertbeständig

Die Hülle entscheidet über Energieverbrauch und Bausubstanz für die nächsten Jahrzehnte: Dach (Eindeckung, Dämmung, Abdichtung), Fenster und Außentüren (Dreifachverglasung, einbruchhemmende Beschläge) und die Fassadendämmung. Erst mit dichter Hülle lassen sich Heizlast und Wärmepumpe korrekt auslegen — und erst dann machen Estrich und Innenputz technisch Sinn, weil das Gebäude trocken und frostfrei ist.

Paket 3: Innenausbau — die Räume entstehen neu

Jetzt wird aus dem Rohbau wieder ein Zuhause: nicht tragende Wände werden neu gesetzt, wo der Grundriss es verlangt, Bäder und Sanitäranlagen komplett erneuert, Böden vom Estrich bis zum Belag aufgebaut, dazu Innentüren, Trockenbau, Maler- und Fliesenarbeiten. In dieser Phase zahlt sich frühe Innendesign-Planung aus: Materialien, Licht und Einbaumöbel greifen ineinander, statt nachträglich zusammengestückelt zu werden (wie Innendesign bei Lidstein funktioniert).

Die sechs Phasen im Überblick

Typischer Ablauf einer Kernsanierung (Einfamilienhaus, Richtwerte)
Phase Was passiert Dauer
1. Bestandsaufnahme & Planung Begehung, Substanzprüfung, Maßnahmenplan, Kalkulation, Förderanträge 4–8 Wochen
2. Entkernung Rückbau bis auf die tragende Substanz, Entsorgung 1–3 Wochen
3. Haustechnik roh Elektro-, Wasser-, Heizungsinstallation in Wänden und Decken 3–6 Wochen
4. Gebäudehülle Dach, Fenster, Türen, Fassadendämmung 4–8 Wochen
5. Innenausbau Estrich, Trockenbau, Bäder, Böden, Türen, Maler 6–10 Wochen
6. Endausbau & Übergabe Design-Finish, Möbel/Küche, Funktionsprüfung, Abnahme 2–4 Wochen

Richtwerte aus der Lidstein-Projektpraxis; Phasen 3 und 4 laufen oft überlappend. Gesamtdauer typischer Projekte: 4–8 Monate.

Woran scheitern Zeitpläne in der Praxis?

  • Wartende Gewerke: Der Estrichleger kommt, aber die Rohinstallation ist nicht abgenommen. Bei Einzelvergabe ist das der Normalfall — bei einer durchgehenden Bauleitung mit eigenen Teams die Ausnahme (der Vergleich der Vergabemodelle).
  • Lieferzeiten: Fenster, Türen und Küchen haben Vorlauf von mehreren Wochen. Wer Material direkt vom Hersteller bezieht, bestellt früher und verlässlicher.
  • Späte Designentscheidungen: Jede nachträgliche Änderung an Bad, Küche oder Bodenaufbau wirft die Terminkette zurück. Deshalb: Design vor Baustart festzurren.

Häufige Fragen

Was gehört alles zu einer Kernsanierung?

Die drei Pakete: komplette Haustechnik (Elektro, Wasser, Heizung), Gebäudehülle (Dach, Fenster, Türen, Fassadendämmung) und Innenausbau (Böden, Sanitär, nicht tragende Wände).

Wie lange dauert eine Kernsanierung?

Einfamilienhaus: etwa 4 bis 8 Monate. Einzelne Wohnung: etwa 2 bis 4 Monate — abhängig von Substanz, Umfang und Lieferzeiten.

Kann man während der Sanierung im Haus wohnen?

Bei einer echten Kernsanierung praktisch nicht — Strom, Wasser und Heizung sind zeitweise außer Betrieb. Planen Sie eine Übergangslösung ein.

Braucht eine Kernsanierung eine Baugenehmigung?

Reine Erneuerung im Bestand ist oft verfahrensfrei. Sobald Grundriss-, Fassaden- oder Nutzungsänderungen dazukommen, kann eine Genehmigung nötig sein — das klären wir in der Planungsphase mit dem zuständigen Bauamt.

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